Hüter des Parks (Teil2), Buch Wandelwelten
Die Zukunft beginnt heute.
Vom Geist alter Versprechen begleitet.
Auszug aus Hüter des Parks. Die siebte Etappe teilt sich für sie in zwei Tage auf, von der Wilhelmshöhe zum Thurner, mit insgesamt 29 Kilometern. Aufgeteilt eine vielversprechende Chance auf Intensivtraining mit Extra-Kilometereinlagen. Das benötigt Zeit und auch ein passendes Gelände. Der fünfzehnte Tag lässt sich für die ursprünglich ausschweifend lange Höhenetappe mit einem kurzen Zwischenstopp in Furtwangen garnieren und hier wird ordentlich Kultur aufgesogen. Der Westweg durchquert bis dato mehrere imposante Moorgebiete, passiert schöne Höfe durch kühlende Fichtenwälder und erreicht den Blindensee mit seiner urwüchsigen Vegetation des Hochmoores. Fast direkt am Weg liegt die Quelle des Donau-Quellflusses Breg. Vom Aussichtsturm am Brend bietet sich ein fantastischer Panoramarundumblick. Ende der ersten Teil-Etappe auf Höhe Furtwangens mit Robert dem fleißigen Bienchen am Grill und frisch gewaschener Wäsche und aufpoliertem Wohnmobil. – Man ist’s zufrieden und genießt die würzigen Grill-Hors-d‘Oeuvres mit leckeren Salaten und knackigem Brot. Außerdem wird diesmal Gemüse am Grill zubereitet, Tomaten, Zwiebeln, Champignon, Paprika, Auberginen und Zucchini. Am nächsten Tag gönnt man sich erneut Auszeit von der roten Raute. Sie durchqueren den südlichst gelegenen Lieblingsplatz der »mittleren Berge« aus Reiseleitersicht. Auch die Saalfeldt-Greiffs aus Rastatt suchen hier seit Ende des Krieges, die ältere Generation, die jüngere erst seit Frühjahr 1968, ihre Schatzhauser-Tanne. Im Simonswäldertal … das ist unter anderem auch Stefans Intension, sich hier immer wieder einmal etwas gründlicher umzusehen. In Wildgutach, diesem verzauberten Ort, da gibt es steinerne Wildschweine. Da könnte es durchaus auch noch weitere Zauberwesen geben? Warum nicht? – Zwar ist sein nordbadisches Herz eigentlich intensivst daran interessiert, Schatzhausers Tannenbaum doch wenigstens noch in der Umgebung der Hornisgrinde zu vermuten, aber »Kaltes Herz« hin oder her, man muss bei allem realistisch bleiben und dort nach den Schätzen suchen, wo sie wahrscheinlich auch zu finden sind. Punkt um. – Stefan in Plauderlaune an seine Fans … „Kennt ihr von Heinrich Heine »Deutschland ein Wintermärchen«? Einige Passagen gefallen mir gar so gut… »Ein neues Lied, ein besseres Lied, o Freunde, will ich euch dichten! Wir wollen hier auf Erden schon das Himmelreich errichten. Wir wollen auf Erden glücklich sein und wollen nicht mehr darben; verschlemmen soll nicht der faule Bauch! Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder, auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust und Zuckererbsen nicht minder. Ja, Zuckererbsen für jedermann, sobald die Schoten platzen! Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen.« – Ich mag diese Art zu denken…“ – Es dauert nicht lange, dann geht es weiter mit der Vortragsreihe Heinrich Heine … „»Caput«, auch ein Werk von ihm. Wo mir allein schon der Name so gut gefällt … nur kurz ein Auszug aus »Caput I. Seit ich auf deutsche Erde trat, durchströmen mich Zaubersäfte. Der Riese hat wieder die Mutter berührt und es wuchsen ihm neu die Kräfte.« – Aus »Caput II« gefällt mir »Und viele Bücher trag’ ich im Kopf! Ich darf es euch versichern, mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest von konfiszierlichen Büchern. Glaubt mir, in Satans Bibliothek kann es nicht schlimmere geben; sie sind gefährlicher noch als die von Hoffmann von Fallersleben!« Mit dem Lied der Deutschen, ein, aus vonFallerslebens Sicht, von reiner Liebe zum Vaterland motivierten Liedgut, uns als Nationalhymne geläufig, kürt und begründet er 1841 den bis heute anschwärenden Nationalstolz der Deutschen, woraus schnell schon intensivster Fremdenhass, Radikalität und Extremismus erwuchs. Seinen Ursprungsgedanken mit Füßen tretend. Wie leicht aus wohlmeinendem Gedankengut ein volksverhetzender, gärender Hass an gleicher Stelle mit geboren werden kann …“
Am sechzehnten Tag lautet das Motto »Stiefel geschnürt, Vesper gerichtet, der Kultur- und Wandergenuss Hochschwarzwald findet neue Ziele«. Von Furtwangen westlich zum Gasthaus Engel (in den Siebzigern), Durchfahrtsstraße Gütenbach nach Simonswald. Mit tollen Ausblicken ins Wilde-Gutach-Tal und obere Simonswäldertal gewürzt, führt die Tour an den Zweribach-Wasserfällen vorbei zu naheliegenden Klöstern. Umgeben von mystischem Bannwald liegen diese Fälle idyllisch eingebettet inmitten eines Naturschutzgebietes. Über viele Meter stürzt das Wasser mit voller Wucht hinab und mündet bald darauf in die Wilde Gutach … gestartet am Parkplatz am Gasthaus Engel. Auf steilem Kraxelpfad durch die Wilde-Gutach-Schlucht und wieder hoch zur Straße und rechter Hand vorbei am »steinernen Kumpel«, wie Stefan sein Wildschwein tauft, laut Saalfeldt-Greiffs schlicht »steinernes Wildschwein«, ein Gesteinsbrocken am Weg, der bei Mondlicht an ein Wildschwein erinnert. Ganz nah gelegen zweigt der steile Kraxelpfad runterwärts zum Bach. Bei Nacht ohne markanten Punkt kaum zu finden. Sie laufen bis ans Ende des Tals von Wildgutach. Ein herrlich gewundenes kilometerlanges Bauerntal, für diese Tour nur ganz am Ende berührt, wo der Zweribach lautstark von rechts hinten grüßt. Idyllisch gelegene alte Höfe mit manch gastfreundlichem Angebot laden in dieses Bergtal ein. Kurz hinter dem letzten Bauernhof im Tal endet die Straße und führt langsam ansteigend durch den Wald dem Flusslauf des Zweribach folgend bis zum Einfluss des Hirschbachs, dem sich der Weg für kurze Zeit anschließt. Kurz hinter dem Bruggerhof verlässt der Wanderweg den Bachlauf und leitet zurück Richtung Zweribach. Das geschlossene Waldgebiet der Gutacherhalde kühlt die Gedanken angenehm runter. Jetzt geht es auf schmalem Pfad steil bergwärts dem Wasserfall zu, teilweise recht alpin. Die Brücke zwischen dem unteren und oberen Wasserfall wird gequert und damit der anspruchsvollere Pfad nach oben gewählt. Steil aufwärts bis zur Platte, kräftezehrend. Bis mit einem Mal weite grüne Wiesen mit zufriedenen kauenden Kühen vor ihnen liegen. Gemütlich auf der Hochebene, am Staubecken-Plattensee vorbei, passieren sie verschiedene Höfe und besuchen am Plattenhof ihre erste kleine Kapelle. Hier verlässt ihr Weg linker Hand die Wiesenlandschaft und führt für kurze Zeit durch den Wald ins idyllisch anmutende Sankt Peter … (Stefan) „Die Geschichte der Gemeinde Sankt Peter ist eng mit der Geschichte des gleichnamigen Klosters verknüpft. Die Gründung des Benediktiner-Klosters geht auf das Jahr 1093 zurück. Sein Begründer war Bertold II. aus dem Geschlecht der Zähringer. Die Herzöge vonZähringen kamen ursprünglich aus Weilheim-an-der-Teck in der Schwäbischen Alb. Im Zuge politischer Veränderungen im elften und zwölften Jahrhundert verlegten sie ihr Machtzentrum in den Breisgau und gründeten in Sankt Peter eine Benediktinerabtei, die dem einflussreichen Fürstengeschlecht als Hauskloster und Grablege diente. Noch heute birgt das Kloster die Gruft der Fürstenfamilie. Im Zuge der Aufklärung und weitgehender Säkularisationsbestrebungen wurde die Abtei Sankt Peter im Jahre 1806 aufgelöst. Der letzte Abt war Ignaz Speckle. Die Besitztümer fielen an den Staat.“
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