
Schwarzbär, Buch Wandelwelten
Verbundenheit durch Raum und Zeit.
Von der Melodie wahrer Freundschaft getragen.
Auszug aus Schwarzbär. (Jeffrey) „Einen Schwulen? Sind die wohl für jeden Blödsinn zuständig?“ – (Michael lachend) „Nein. Hilfe. Bestimmt nicht. Aber das dick geschminkte Ballerina-Bärenmädchen hatte einen sichtbaren Vollbart. Der ist dem guten Bauern aufgefallen …“ – Nun, das darauf erschallende Gelächter hält eine Weile vor … (Jeffrey) „Und woher weißt du von diesem Anruf? Bei dem Schulen?“ – (Michael) „Na ja, unser vierter enger Freund in der Sammlung tauchte schließlich auch noch auf. Ganz ohne Vorwarnung, was der sonst eigentlich nicht tut … Das ist eher doch Konrads Masche. Einen mitten in der Nacht zu überfallen.“ – (Jeffrey) „Mit welcher Begründung?“ – „Gesagt, wie’s ist. Er schlug Konrad Bauernhöfe vor, unter anderem das Grüne Tal, direkt neben Bauer Egons Refugium. Das Material dazu hat er zu Konrads Freundin Uli gebracht und dort ist er über die beiden Schwarzbären gestolpert. Wurden ihm als Bruder Ulis und seine Gretel vorgestellt. Nun, da wusste er Bescheid … als sein Bekannter, selbiger Bauer Egon, anruft und von einem Schwarzbären im Ballerinakostüm redet, den er versehentlich aufgespießt hat, war Ralf ziemlich schnell klar, wohin Konrad fahren würde, falls der Schwarzbär zu ihm gehören sollte …“ – (Jeffrey amüsiert) „Du hast echt ausgefallene Bekannte. Das muss man dir zugestehen.“ – Zwar würde ein normaler Engländer nicht nochmals so einen Lachkrampf zum Besten geben, wie eben bereits peinlicher Weise geschehen, aber dieser Engländer hier hat wohl lange Zeiten im Ausland zugebracht, denn er kann sich auch darüber wegschütten wie nichts. Er braucht eine Weile, sich seine Tränen wieder aus den Augen zu wischen, um weiterfragen zu können … „Und wie ging’s da jetzt weiter? Du hast ihn behandelt und dann? Das kann’s ja wohl noch nicht ganz gewesen sein?“ – (Michael) „Nein. Klar nicht: Große Verbrüderung in Folge. Ralf hatte Konrad drei Bewerber für seinen Ziegenpeter-Posten vorgeschlagen. Ein übrigens ganz typischer Konrad-Name … unter anderem Ibis, der heutige Liebste, von dem ich dir bereits erzählte. Ignatius Bishop, zur Erinnerung. Der nächste ist sein heutiger Assistent, Ainaar Grumpsch. Der den Bürojob Ulis übernahm … und der Dritte, auch mit so einem schönen Namen ausgestattet, Tankred Häuser im Ursprung, aus dem die Leute schon schnell Tannhäuser gemacht hatten. Der wird schließlich zum Verwalter gekürt … blieb ja sonst keiner mehr übrig? Der eine zum Liebsten erklärt, der nächste zum Assistenten, also musste der kitschige Abenteuerroman-Autor zum Verwalter mutieren … »Tannhäuser im Grünen Tal« sollte die Bauerngaststube heißen, die sie alle zusammen eröffnen wollten. Tannhäuser am Zapfhahn dabei … auch von dem hab’ ich schon erzählt … alle drei hat Ralf entdeckt. Der nicht nur im Hinblick auf Immobiliengeschäfte hochbegabt ist … er vermittelt auch gerne. Anfänglich rein als Hobby. Bringt Suchende zusammen … findet für jeden sein i-Tüpfelchen, sein »Co. KG«, einen passenden Partner oder auch Mitarbeiter/guten Freund. Nennt sich damit Partner- und Jobvermittler. Macht das im Übrigen auch für Heteros. Ziemlich erfolgreich. In allen Sparten. Er ist zwar selbst immer noch solo, aber sonst eigentlich keiner sehr lange in seinem Umfeld. Dafür sorgt er … nur an Konrad, Tom und mir beißt er sich seit Jahren die Zähne aus. Wir waren nicht ganz so kooperativ, wie er sich das erhofft hätte. Deshalb musste er Ibis schnellstmöglich mit Konrad bekannt machen, falls da überhaupt noch was drin war, dann, wenn sofort. Und das hat er wieder einmal völlig richtig erkannt. Heutzutage bräuchtest du Konrad nichts mehr als kleine Ergänzung nachreichen. Nicht mal etwas Winziges. Seine Koffer sind gepackt. Randvoll. Da passt nichts mehr rein … er würde dir nicht einmal mehr zuhören …“ – (Jeffrey) „Er wollte euch verkuppeln? Was hat er dir denn so vorgeschlagen?“ – (Michael) „Na mal keine üblen Ladys, das kannst du aber glauben. Alles erste Sahne. Aber ich war mehr am einmaligen Aufspringen interessiert, als am festen Sitzenbleiben und das nahm er mir irgendwann etwas krumm. Behauptete, ich würde sein sittsames Klientel damit durch den Kakao ziehen … aber glaube mir: Keine seiner vermittelten Ladys war noch unschuldig. Die hatten alle schon reichlich Honig geschleckt. Will heißen, ausprobiert. Ich war nur ein weiteres Versucherle auf dem langen weiten Weg …“ – „Bei allem doch Romantiker geblieben? Obwohl er Menschen gut einschätzen kann? Das trifft man selten. Die meisten beerdigen bei solchem Business zuallererst ihre Träume und dann legen sie richtig los und werden dann auch gegebenenfalls erfolgreich …“
©Xena Falkenbourg xfw fürth. Alle Rechte vorbehalten.
