
Schwarzbär Buch Wandelwelten
Verbundenheit durch Raum und Zeit.
Von der Melodie wahrer Freundschaft getragen.
Auszug aus Schwarzbär Blau. Wie ein ganzes Antiquariat mit all seinen wunderbaren angestaubten alten Büchern. Die schon von so vielen verschiedenen Händen berührt wurden … die Seiten durchgeblättert, sanft gestreichelt, manchmal auch nur eilig überflogen … um den Text im Blick zu behalten, fuhr der Zeigefinger Zeile um Zeile sorgsam ab. Und die klugen alten Augen zu dem Zeigefinger rückten manchmal näher, um besser erkennen zu können und hinterließen einen Hauch von Essenskultur mitten dazwischen zurück. Kaffee, aromatischer Tee, verschiedenste Alkoholsorten und genauso Knoblauch, Zwiebeln und Kohlgeruch. Es gibt so viele herzhafte Dinge in der Welt, die da noch heute drin festbappen und dir so viel über die Lesefreunde der Vergangenheit verraten. Haftengebliebene Hautschuppen von streichelnden Zeigefingern, die alleinig ein wunderbar delikates Aroma ausströmen … dieser Geruch um altes Wissen, alte Kultur, alte Geschichte. Leidenschaft aus ferner Zeit … das liebte er, Phönix, schon immer über alles! Und Rom, diese ehrwürdige Mutter aller Städte, war so erfüllt davon, wie es zauberhafter nicht geht. – Auch der Geruch Venedigs lag schwülstig süß und lecker in seiner Nase … Mailand, Florenz! Mit alter Geschichte durchwoben wie glamouröser nicht denkbar … Aber diese Mystik jetzt hier? Die toppt alles davon! – Hier muss nochmals was ganz anderes verborgen liegen. Hier muss Kleopatra selbst anwesend sein oder vielmehr noch Zeus, der Göttervater? Mit seinem gesamten Olymp, dem alten mystifizierten Götterhügel und auch noch das versunkene Atlantis mit obendrauf? – Frey, der mutige, unerschrockene Däne hat unglaublich Angst! So massive Angst um einen, den er richtig gerne mag, dass es auch Foxy, dem Jungen in seinem Schatten, fast das Herz in Stücke zerreißt. Denn auch Phönix spürt, dass sie zu spät dran sind. Dass er, um den es geht, bereits abgelegt hat. Zu seiner Reise über die stillen, unergründlich weiten, stürmischen Ozeane hinweg. Dass es längstens zu spät ist, sein Ruderboot nochmals am Kai zu vertäuen … er, schon kurz vor der offenen See angelangt ist. Den Hafen und die Bucht des Lebens verlassend. Davongleitend ins Nirgendwohin … nur minimal Abstand noch zum offenen Meer raus, dessen Wellen bereits nach ihm greifen … die Strudel ihre Arme um die alten Schiffsplanken gewunden. Diese wirklich uralten Planken, aus denen dieses kleine Ruderboot einst vor langer Zeit angefertigt wurde. – Im Anbeginn der Menschenzeit vor vielen Jahrtausenden … nun, für den Seelen-Rücktransport weit übers Meer, heute noch dienlich … die Lebenden ins Reich der Toten zu überführen … das Reich der tiefen Schatten, wohin du deinen Körper begleitest … bei ihm bleibst. Und keine Fassung Leben nochmals nachgereicht bekommst. Keine Version, in der du dich nebendran sitzend neu manifestieren darfst … – Dieser Selbige, der da eben davon rudert, der hatte Bedeutung. Zentrale Bedeutung. – Frey erzählt ihm auf ihrem Fußweg von Brüssel so viel von ihrer Alten Welt … wie sie alle heißen. Wen er davon besonders mag und wen nicht so sehr, weil der Macken hat … komplett festgefahren und uneinsichtig ist oder das Gegenteil: ewig aufmüpfig … – Und wiederum andere mag er, weil sie genau das sind: rebellisch. – Manche politisch gesehen. Andere wiederum nur rein menschlich betrachtet. Wie dieser Chevalier. Der nach rund zweitausend Jahren noch immer den Menschen als solchen verehrt … und mag er noch so fehlbar sein … so engstirnig, so egoman. So selbstverliebt, so überheblich … so wohnt doch genauso Liebe, Verständnis, Barmherzigkeit gleich hinter der nächsten Tür. Fürsorgebereitschaft. Verantwortung. Treue und Loyalität. – Sie alle sind ebenso Begleiter des menschlichen Daseins auf Erden. Und deshalb hat dieser Mensch – als Solches gesehen – einen jeden neuen Tag, der sich ihm bietet, auch wahrlich verdient! Menschen wie Chevalier hören niemals auf, daran felsenfest zu glauben; ein Gottvertrauen in diese reine schlichte Tatsache zu legen.
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