* * * Abenteuerwelt Alte Steine * * *

Schwarzbär, Buch Wandelwelten
In tiefer Verbundenheit zu alten Steinen.
Vom Geist alter Erinnerung verführt.
Auszug aus Schwarzbär. Los geht’s vom Schönauer Parkplatz aus der Ortsmitte in östlicher Richtung über einen lang gezogenen Anstieg auf der Südseite des Sindelsbergs. Der Pfälzer Wald beweist den Jungs, dass er seinen Namen verdient … (Stefan) „Jetzt weiß ich, warum das Pfälzer Wald heißt. Und ich dachte immer, der Schwarzwald sei waldig …“ – Hi hi – „Gut, wenn das so waldig bleibt bei der aufkommenden Hitze. Es geht doch heute öfter mal steil hoch- und wieder runter?“ – Stefan ist ganz in seinem Element. Der Wald ist kühl und schattig und die Junihitze des Morgens kann sie hier erst einmal gar nicht groß irritieren. Die Welpen schleppen fleißig Stöckchen von vorn nach hintan der Truppe vorbei und wieder zurück. Sie haben ihre Aufgabe, als Hütehunde die Mannschaft zusammenzuhalten, gut verstanden. Volker liefert derweil Hintergrundinformationen … „Das Wasgauer Felsenland ist reich an bizarren Sandsteinfelsen, die oft als freistehende Felstürme, -riffe, -klötze oder auch Felsmauern hoch oben am Berggipfel oder näherer Umgebung in dieser Mittelgebirgslandschaft zu finden sind. Sie entstanden im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung und Abtragung der unterschiedlich stark verfestigten Gesteinsschichten des unteren und mittleren Buntsandsteins. Im zwölften und dreizehnten Jahrhundert errichtet man darauf Reichsburgen. Man konnte sie gut verteidigen, da man von unten nur schwer an sie rankommt. Der Zugang ist oft nur über schmale Felstreppen möglich, die leicht zu verteidigen sind. Weiter oben in der Burg nutzte man gerne Leitern, die man bei Gefahr einfach nach oben zog. Viele Burgen zieren tiefe Stollen im Felsgestein, um an Frischwasser zu gelangen, in manchen Fällen gibt es sogar Treppenstufen im Brunnen selbst. Tiefere Brunnen reichen auch gute hundert Meter weit runter …“ – Während Volker Geologie- und Geschichtsvorträge hält, genießt Leopold die Hand seiner Hannah in der seinen und die Harmonie des Moments. Die Hunde tollen herum und diejenigen, die sich nicht an Volkers Wissen laben wollen, haben Reichliches zu besprechen … Nina ist fleißig dabei, Erik mit Rezepten zu Selbstgebrautem und Eingekochtem zu beeindrucken, Lennard schweigt genüsslich still. Silvio, dem er seit einigen Tagen interessiert nachschaut, läuft direkt vor seiner Nase und spielt mit den Welpen und ihren Stöckchen. Das scheint Lennard bestens zu gefallen. Tobias und Darius sind genauso glücklich vereint, halten im Stillen Händchen. Tim versucht derweil seine Melissa zu beeindrucken, die ihm noch immer die kalte Schulter zeigt, dabei aber äußerst interessiert wirkt. Marianne und Daniel versuchen erneut herauszufinden, wer von ihnen über die stärkeren Nerven verfügt und künftig das Sagen haben wird. Man ist sich einig, dass ein Waffenstillstand erst möglich wird, wenn man das klarstellen konnte. Lydia lächelt zufrieden in den Rücken ihres Volkers, dass sie beide ein festes Paar sind, wissen eigentlich schon längstens alle, nur die beiden selbst noch nicht. Dagmar und Rolf rätseln, wie viele Schwangere es in naher Zukunft noch dazugeben könnte? — Beide klingen sie hocherfreut. Harry und Maria schweigen genauso wie die anderen gefundenen Paare, Hand in Hand lächelnd vereint, auch sie … als sie an der Weggabelung ankommen, sind Stefan und Friedrichs Ohren bereits vor Aufregung auf die anstehende Burgruine tiefrot und sie beschleunigen immer mehr ihre Schritte. Die Hunde finden es toll, machen sofort mit und Volker joggt mit ihnen zusammen den zuletzt doch recht schmalen Pfad nach oben … als sie schließlich die Wegelnburg auf ihren 572 Höhenmetern erreichen, sind die Jungs ganz aus dem Häuschen. Solche Burg haben sie ja noch nie gesehen? — Der pure Wahnsinn! — Auf einem breiten Felsenturm erbaut. Diese höchstgelegene Reichsburg der Pfalz bietet ihnen an diesem klaren Tag einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Wälder des pfälzisch-elsässischen Wasgaus, weit hinüber in die Rheinebene und zum nördlichen Schwarzwald. Eichelberg, Fremersberg und Hornisgrinde glauben sie klar zu erkennen … man schirmt die Augen mit den Händen gegen die Sonne ab und steht Mann neben Mann — und genauso Frau neben Hund — und diskutiert fleißig darüber, welcher dunkle Bergrücken jetzt, wer sein könnte, die Rheinebene, mit möglichen und wahrscheinlichen Siedlungen inspizierend, Gebäudekomplexe entlarvend, den Rhein ganz genau in seinem Verlauf enttarnend. Gegenüberliegend, auf etwa gleicher Höhe, erkennen sie ihre nächsten Zielburgen, die Hohenburg im Südwesten und die Löwenstein, am gleichen Bergkamm, ganz nahe daneben, aber doch mehr südlich von ihrer Position. Volker meldet sich zu Wort … „Diese ehemalige Reichsburg ist eine typische Wasgauer Felsenburg mit Kammern, Felsentreppen und Ausarbeitungen am Felsen. Ende des zwölften Jahrhunderts von den Staufern erbaut und von den Franzosen 1680 zerstört. Es sind noch einige Mauerreste aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert erhalten … schaut beispielsweise da drüben und hier …“ – Die Jungen und genauso die anderen Teammitglieder, die bisher noch nie auf solcher Felsenburg waren, laufen mit entsprechenden Ahs und Ohs aufgeregt umher. Volker ist sichtlich zufrieden, dass seine Lieblingsburgen derartigen Anklang finden. Dennoch ruft er schon bald auf zum Weitergang, leicht Richtung Südwesten, mehr oder weniger auf der Höhe bleibend. Genau in einem Joch, zwischen Wegelnburg und Hohenburg, überschreiten sie beim Maidenbrunnen die Grenze nach Frankreich. Die nächste Burg liegt nur gut einen Kilometer entfernt, zusammengenommen haben sie damit die ersten sechs Kilometer gemeistert …

Die Burgruine Hohenburg, auf 553 Metern, bietet ebenfalls einen wunderbaren Ausblick und beeindruckt mit im Detail gut erhaltenen Burgresten. Volker, der Reiseleiter, ist wieder dran … „Die Hohenbourg wurde im dreizehnten Jahrhundert erbaut. Das hervorstechendste Element an ihr ist, dass sie fast nur aus einem einzigen hohen Felsen besteht, der schon von Weitem betrachtet, eindrucksvoll imposant wirkt. Vor allem, wenn man von unten vom Tal heraufkommt. Und nicht, wie wir, über den Höhenweg. 1523, während des Bauernkriegs, wurde sie teilweise zerstört. Die Anlage hat einen ausgefallenen Aufbau. Der Burg war im Westen ein Torrondell vorgelagert … seht ihr hier und dort drüben? — Dieser Treppenaufstieg führt in einen Vorhof der ursprünglichen Unterburg, aber die Mauern sind leider komplett zerstört … seht ihr diese Verzierungen in der Sandsteinpforte? Von da ging es in den Hof der Oberburg … hier ein gemeißeltes Regenauffangbecken, Zisterne genannt. Da drüben die Mauerreste, das waren Wohnbauten, hier ein Treppenturm und die Reste einer weiteren Pforte …“ – Auch hier folgt man bewundernden Blicks der Hand Volkers und soweit möglich wird direkt hochgeklettert. Die aufgeregten Hunde werden indessen von den Frauchen sorgsam im Arm gehalten, Maria hält ihren Wiffwaff, Hannah ihre Minni und Lydia Volkers Mickey, während Harry glücklich und fasziniert jedes Wort Volkers geradezu inhaliert … Darius strahlt auch mächtige Begeisterung aus, wobei man bei ihm nicht ganz sicher sagen kann, ob daran wirklich die Burg alleine Schuld trägt und es nicht vielleicht doch, am Ende, nur dem guten Tobias zu verdanken ist? — Nach kurzer Besichtigung wird auch hier zum Abmarsch geblasen. Die wenige Minuten weiter südlich gelegene Burgruine ist das nächste Ziel.

„Die Löwenstein oder auch Linkenschmied stand oben errichtet über zwei Buntsandsteinfelsen, die über einen Brückenzug miteinander verbunden waren. Nur noch wenige erhaltene kleinere Ruinenstücke erinnern an sie. Sie wurde 1386 zerstört. Es soll eine richtige Räuberhöhle gewesen sein. Der berüchtigte Raubritter Linkenschmied hat hier gehaust, der am Galgen in Frankenthal später sein Ende fand. Seinetwegen wird die Burg auch Linkenschmied genannt. Er führte seine Gegner in die Irre, indem er seinen Pferden die Hufeisen falsch herum aufschlagen ließ … seht ihr da drüben den Bergrücken? Über diese auffallenden Langenfelsen geht’s gleich rüber nach Westen und dann steil bergab, runter zur Fleckenstein. Dort wird gevespert.“ – Der Felsenweg gefällt prächtig, die Hunde wuffen aufgeregt und die Jungs balancieren begeistert über die Klippen. Alle wirken glücklich und wahrhaft zufrieden. Als sie nach steilem Abstieg diesen Koloss aus Buntsandstein vor sich sehen, die größte Felsenburg der Nordvogesen, verstehen sie sofort, dass die Burg eine der stärksten touristischen Anziehungspunkte der Nordvogesen ist. Volker hat ihnen schon auf dem Weg fleißig von ihr erzählt … „Burgruine Fleckenstein liegt auf 338 Höhenmetern, gut 150 Meter über dem Tal der Sauer. Eine imposante Burgruine, die auf einem 92 Meter langen, 40 Meter hohen, aber nur 8 Meter breiten Felsen steht und deshalb als uneinnehmbar galt. Die erhaltenen Mauerreste sind enorm, ihre zahlreichen Felsenkammern und der spektakuläre Burgfelsen beeindrucken noch heute … wir machen eine Besichtigungstour um zwölf Uhr mit, deshalb müssen wir uns jetzt beeilen, dass wir noch vorher etwas Anständiges zwischen die Zähne bekommen. Ich für meinen Teil habe nämlich ordentlich Durst und was zu essen könnte ich jetzt auch ganz ausgezeichnet vertragen …“ – „Ja, ich aber auch!“ – Stefan ist dabei und Friedrich genauso … „Ja und ich ebenso!“ – Die Rücksäcke werden sofort runtergenommen und erst einmal das Wichtigste herausgezogen, die Getränke. Jeder Stopp an diesem Tag führt sie sofort zu ihren Flaschen. Unendlich schön dieses Wetter und geradezu in der Sonne glühend heiß. Und oben auf den Burgen sind sie vollkommen ungeschützt. Die Mütter packen ihre Sonnencremes aus und verarzten die Jungs, die schon richtiggehend rote Nasen und Nacken haben. Auch die größeren Jungs werden mitversorgt und ordentlich eingecremt. Volker wehrt sich nicht gegen diese Betüdelei seitens Lydias, die diesbezüglich wohl alle Rechte bei ihm genießt … die belegten Brote und der Kartoffelsalat und die Fleischküchle und dazu frische Paprika, Möhren und Gurken und rohe Zwiebeln werden genauso gierig verdrückt, wie kalte Bratwürste und panierte Schnitzel, die es auch noch gibt. Zudem gekochte Eier, Krautsalat und reichlich Äpfel und Orangen. Einen Müsliriegel als Wegzehrung während der Burgführung steckt jeder noch schnell ein und schon müssen sie wieder zusammenpacken, denn es ist kurz vor Zwölf und die Besichtigungstour dürfen sie keinesfalls verpassen … die riesige Burganlage, mit ihrer in elsässischer Mundart geführten Führung, wird ein richtig gehendes Sahnebaiser. Von Volkers Seite als passender Elsässer Nachtisch kredenzt. Danach pausieren sie nochmals ein wenig und suchen nun schon genauestens die Umgebung ab, weil sich ihre Camping-Genehmigung auf eine bestimmte Markierung bezieht und die können sie einfach nirgendwo entdecken. Also, geht Leopold nochmals zurück zur Burg und erkundigt sich.
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