
Schwarzbär, Buch Wandelwelten
Verbundenheit durch Raum und Zeit.
Von der Melodie wahrer Freundschaft getragen.
Auszug aus Schwarzbär. „Hey, großer weißer Mann aus dem Norden. Wie geht’s?“ – Der Hesse betritt die Bühne von Apartment 307, wo zwischenzeitlich alle Spuren der Wunderheilung beseitigt wurden. Die Schwarzbären gut abgeschirmt im unsichtbaren zweiten Schlafzimmer und Jeffrey mit seinem Betreuungsteam im Sichtbaren. Dem daVinci des Öfteren sichtbar diskret und leise entschlüpft, dass klar steht, dass man nicht stören soll … Chev bleibt vorerst noch drin … aber so langsam, kehrt Ruhe in Jeffreys verwirrten Sinnen ein, er fängt an, zu entspannen und wenigstens etwas einzudösen. Schlafen wäre natürlich besser. Darauf hoffend, hält Chev ihn noch immer liebevoll streichelnd im Arm. Kräutertees unterstützen ihn. Zudem ätherische Heilöle, aufgehängte Kräuterbüsche … Chev ist schließlich vom Ursprung ein Provenzale, will heißen, an duftenden Kräutern wird immer nachgelegt. Lavendel gibt’s ohnehin zu jeder Gelegenheit. Knoblauch, Thymian, Rosmarin und wenn alles nichts hilft, dann wird der gute Rotwein entkorkt und es so probiert. Oliven, Pistazien, Baguette. Klar. – Wer ihn gut kennt, das gilt für Jeffrey, wie für daVinci, Maydha und Brian, erschnuppert rein durch Düfte Chevs Anwesenheit in seiner Welt. Chev findet überall einen störenden Geruch, den er sogleich ungebeten wenigstens doch mit Zitronenmelisse bekämpft. Ein genutzter Aschenbecher im Zimmer reicht da schon vollends aus … (Frey) „Schön, dass es der Einheimische auch noch hergeschafft hat. Ist doch praktisch hier dein alter Heimathafen? Wen hast du mitgebracht?“ – (Hesse) „McCaffern war ja schon da, als ich von der Versammlung erfahren habe. – Das kannst du mir sicherlich erklären? Kenne ich so nicht von ihm, dass er sich unerlaubt entfernt? Mhm, da weißt du sicher Näheres dazu? Oder muss ich ihn selbst fragen? Es sieht nämlich gerade so aus, als würde er flirten … kann das sein? Gehört der Knabe zu dir? Irgendwie habe ich so das Gefühl, wenn ich die beiden beobachte, nur du könntest so jemanden herzaubern, der das möglich macht … für McCaffern meine ich …“ – (Frey) „Das Wunder dabei ist der Junge. Kein anderer … er heißt Phönix, oder auch Foxy, Ascher, mit Nachnamen. – Ich habe ihn drei Monate in Brüssel untergebracht. Aber gefunden hat ihn der Sarge und der ist immer noch vom Herzen her sein Papa. Schau mal, wie er ihn anstrahlt.“ – (Hesse) „Dein Blick hängt genauso väterlich zärtlich an ihm, wenn du mich fragst …“ – (Frey) „Jolina steckt dahinter. Frag‘ mich bitte nicht nach Details. Einer der Gründe, weshalb ich euch alle hergebeten habe. Erklärungen dazu folgen später, wenn noch mehr von uns da sind …“ – (Hesse) „Okay. Kann ich mit leben … aber gibt es vielleicht sonst noch irgendwas Besonderes, was du, so gesehen, nicht in die breite Öffentlichkeit herausposaunen willst, aber vielleicht einem alten Freund anvertrauen?“ – (Frey vorsichtig) „Stichwort?“ – (Hesse) „Gedanken, die ich empfohlen habe, mit nerviger Popmusik zu vernichten. Draußen im Gang … so als eines davon …“ – (Frey) „Später … jetzt nicht.“ – (Hesse) „Der da drüben ist der Hausherr, oder? Warum ist er hier und sieht so bedächtig und gleichzeitig fertig aus?“ – (Frey) „Sorry, gleiches Thema … war ’ne anstrengende Nacht, auch für ihn … als kurze Anmerkung, er kann uns sehen und riechen.“ – „Wow, ’ne gelungene Überraschung. Und das ist dennoch nicht alles, weshalb wir hier sind? Würde mir nämlich durchaus reichen …“ – (Frey) „Nein. Es gibt noch mehr. Viel mehr. Mega viel mehr. – Zu meiner Frage: Wen hast du mitgebracht?“ – (Hesse) „Du meinst an Prioritäten? McCaffern, Duncan Murray, der sollte bald auftauchen und Alison Tempelton, meine drei Prioritäten, wie schon lange. Kennst mich doch. Bin beständig in solchen Dingen …“ – Ein kurzes Lächeln vom Dänen und er geht auf Sharai Lazaar zu, die gerade das Apartment betritt und sichtbar nach ihm sucht. Sharai schlägt ihm einen Austauschposten für Quintus vor der Tür vor, den Frey liebend gerne akzeptiert. Will er doch keinesfalls freiwillig zugeben müssen, dass diverse Schrecken hinter sämtlichen Büschen um sie herum lauern … dank dessen, er um ihre Geruchskomponenten, die der lebenden Toten, weiß, fand er einen Weg, seine Schrecken so gekonnt geruchlich zu verdecken, dass sie erst bemerkt werden, wenn’s für die Gegenseite zu spät ist. – Das weiß aber keiner von der Gemeinde der Sulfier, denen er schon länger nur noch bedingt vertraut. – Er bewegt sich schon lange leicht abseits von ihrer Hauptspur, so nahe der Bruchkante, dass zwischendrin ein kleiner Schritt ausgereicht hätte, die Seite gänzlich zu verlassen. – Aber jetzt ist er auf Rückzugkurs. Wieder gen mittig liegenden breiten Pfad unterwegs, weit ab der schmalen Randsequenz. Er bekam grade erst wieder mit, dass er Freunde im Club hat. Menschen, die ihm etwas bedeuten, ihm wirklich wichtig sind. Die er nicht verlieren will und gar solch kaltschnäuzigen Wesen wie Jolina SaintClure überlassen. – Das heute Nacht hätte langfristig gesehen nicht nur Jeffrey getötet … genauso den Rest von McCafferns Seele vernichtet, dem Sarge sein letztes Quäntchen Hoffnung geraubt. Und Chevs gutes Herz vielleicht tatsächlich zerspringen lassen oder auch nur verfinstern … den Mann, den zweitausend Jahre lang nichts so sehr erschüttern konnte, dass er nicht fünf Minuten später schon wieder Hoffnung schöpft und weiterhin bereit ist, dem Menschen auch Gutes zuzuschreiben. – Trotz aller Beweise dafür, wie bitterböse er ist. — Als der Hesse wieder nach draußen schleicht, geht Frey Moeller ihm sofort hinterher. Er will sich seinen neuen Mann vor der Tür ohnehin begutachten und zudem herausfinden, warum der Hesse so plötzlich zum Kettenraucher mutiert? Als er rauskommt, sieht er sofort den versteckten Xandew unter der Treppe und hält erst einmal sekundenlang erschrocken die Luft an. – Warum hat ihm das keiner gemeldet? Den müssten doch mehrere bemerkt haben? Das hätte ihm Joseph aber auch klarer sagen können … von wegen Gedanken vor der Tür? Der ist jawohl ziemlich kompakte Körperlichkeit und nicht nur virtueller Gedankenstrang. – Mensch, Hesse. Echt. – Es wird nicht gar so leicht, die Aufmerksamkeit der Türwache vom Störfaktor abzulenken, dem er soeben erklärt, dass er ihn persönlich einen Kopf kürzer macht, wenn er da nicht sofort verschwindet. Die ganzen Leute im dritten und vierten Stock würden begeistert Wetten auf seinen Kopf abschließen, wüssten sie von ihm. Die müssen allesamt abgelenkt sein, dass sie ein Leckerli direkt am Wegesrand übersehen … „Los, hau‘ endlich ab, Junge! Geh‘ zum Felsen rüber, zu deinen Kollegen. Da liegen bereits Mädels von mir nebendran. Auch bei deinem Chef in der Projekthöhle sind meine Bienen. Ich behalte es im Griff, was vor Ort passiert. Versprochen.“ – Ulfric Nyderman, der Barbar, ist unterdessen eingetroffen und zudem Sharais Priorität Silver, der Pelzhändler. Aus Kanada kommend, dort in der Wildnis kläglich verendet. Mittels fiesen Hinterhalts, am Ende, hilflos und verletzt. Angelegt von anderen, weniger erfolgreichen Konkurrenten. Coltrane Silver heißt er offiziell, nennt sich selbst gerne Cole und wird von anderen schlichtweg Silver genannt. – Ein, so gesehen, korrekter Kerl. Einer derer, die nach solchen Versammlungen zum Matrosen gekürt, von Sharais Lager zum Hessen überwechseln …
©Xena Falkenbourg xfw fürth. Alle Rechte vorbehalten.

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