
Schlangenhaut Buch Wandelwelten
Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.
Auszug aus Schlangenhaut. „Loki vermutet, das Tor nach Helheim steht schon längere Zeit einen kleinen Spalt offen… Das Böse konnte entweichen und sät nun Zwietracht unter den Lebenden. Vergiftet gezielt die Wachmannschaft Shijtarrheims in Midgard, womit sich diese ursprüngliche Schutzkraft gegen die Menschen selbst ausrichten kann – im ungünstigsten Fall wie damals 1962.“ – Äußert Lokresh Tiyr gegenüber Balthazar Meijerlingg im Oktober 1978. Heutzutage ist Balthazar der Standortverantwortliche Hauptkommissar des Ausbildungslagers der Jägerstaffeln der Polizei in Bamberg. Jene Einheit, die 1962 so jämmerlich gegen Shijtarrheims Truppe unterlag. Von Lokresh angeführt, der Frieden stiften sollte im Namen Lokis, seines Vaters und nicht Krieg säen, wie er es tat… (Balthazar vorsichtig) „Heißt das, die Hölle bricht sukzessive über uns herein?“ – (Lokresh) „Nein! Helheim ist mehr als nur die Hölle, wie ihr es nennt. Es ist genauso der Ort, den ihr als Himmel kennt. Dort leben die Toten, Ursprüngliche, Geister und zudem Ruhe suchende, zurückgezogen lebende Unsterbliche … es ist ein Rückzugsort aus anderen Welten, in denen das Leben pulsiert. Wo es beständige Rauf und Runter gibt, es für ewig Anwesende als ungemütlich und zu unruhig empfunden werden kann… Ich will sagen, dass möglicherweise die Toten nicht mehr alle vollständig von hier abziehen. Wie es vorgesehen ist… Sie könnten noch unter uns wandeln und beeinträchtigen damit das natürliche Gleichgewicht. Das könnte wiederum bisher komplett uninteressierte Geister bewogen haben, uns alle miteinander bemerken zu wollen. Sie fingen vielleicht nicht nur an sich für die Geschehnisse außerhalb zu interessieren, zwischenzeitlich ergreifen sie wohl auch konkret Partei. Frag’ deine russischen Freunde, was sie dir zu 1972 von der Wolga erzählen können. Wen Marek Tarassow von dort mit nach Hause brachte? – Was, denkst du, hat euren Rhein/Waal so zerfetzt? Dieses grüne Schimmelloch bei ehemals Pforzheim hinterlassen? Glaubst du Menschenkönnen ist dazu fähig? – Wäre das in eurem Interesse? Menschen forschen doch nur in Richtungen, die ihnen nützlich erscheinen? Es müsste somit einen profitablen Grund geben, diese Goldstadt wegzupusten… Kennst du ihn? Konntest du in den Presseverlautbarungen darüber irgendetwas in dieser Richtung erkennen? Also ich nicht…“ – (Balthazar) „Wer könnte einen Grund haben?“ – (Lokresh) „Leute, die den Menschen unter Kontrolle halten wollen. Leute, die Forschung betreiben, sonstige Theorien in Tatsachen umsetzen und dafür anderen Aggressoren nette neue Spielzeugchen in die Hände drücken… So was halt…“ – „Spielkinder?“ – (Lokresh) „Ja!“ – Balthazar kann genau erkennen, wie es Lokresh bei diesem simplen „Ja!“ innerlich schüttelt, wie es ihm eiskalt seinen Rücken runterläuft, genau wie ihm selbst … Helheim hat seine Tür offenstehen lassen? Hilfe! Das klingt nach einem wirklich üblen Feind, der sich gegen die Menschheit verschwört? Vielmehr gegen das Leben selbst? Denn gibt es Shijtarrheim, wie Lokresh schwört und genauso weitere Welten, würde es doch diese ebenfalls beeinträchtigen?

(Lokresh) „Nur ihr, also Midgard, seid derart gefährdet. Alle anderen Welten schützen sich mittels Magie. Uralter Magie, die schon immer wie ein Wattepolster um sie herum lag. Nur der Schutz eurer Welt ging verloren. Eure Welt wurde über bestimmte Punkte auf der Erde geschützt. Die alle über einen Thron miteinander verknüpft waren. Da dieser Thron seit 12000 Jahren verwaist ist, kann sich die alte Magie nicht mehr verbinden und diese besonderen Orte miteinander. Deshalb lebt unterdessen jeder eigenverantwortlich, sprich unabhängig von seinen Nachbarn. Sorgt sich nicht mehr um sie, zeigt keinerlei Verantwortung und Reue, sollte er Grenzen verletzen. Der Respekt unter uns ging verloren. Da ihr die einzige magiefreie Welt seid, sollten wir anderen unsere Hauptaufgabe darin sehen, euch vor fehlgeleiteter Magie zu beschützen… Nur noch Shijtarrheim bleibt diesem Grundsatz treu, alle anderen kümmern sich um nichts, raubschatzen eher parallel aus eurer Welt, was sie für sich selbst gut gebrauchen können. Loki steht unmittelbar davor, die Übersicht zu verlieren. Genauer gesagt hatte es bereits … die unsägliche Schlacht 1962. Wo Leute gegen euch in den Kampf zogen, die nach hierher beordert wurden, euch vor genau so etwas zu beschützen. Und ich, als Lokis Sohn, der von ihm ausgesendet wurde, Unstimmigkeiten aufzuklären, löste das ganze Chaos auch noch aus. Aber glaub’ mir, meine Strafe dafür war entsprechend heftig!“ – Balthazar klingt sehr besorgt … „Er hat dich bestraft?“ – „Dazu kam er nicht mehr. Das hat mein Innerstes für ihn erledigt. Meine Organe hat es zerfetzt… Loki war zum Glück dabei. Er ist ein großer Heiler und konnte die Blutung damit stoppen und über einen sehr langen Zeitraum meine inneren Organe wieder ausheilen lassen… Es dauerte fast geschlagene zehn Jahre, bis ich wieder allein aufs Klo gehen konnte. Um es rein banal auszudrücken. Ich wurde in einem Alter von meiner Mapa Händchen-haltend umsorgt, wo es einem normal mehr als nur ein etwas peinlich ist …“ – Er lächelt… (Balthazar) „Mapa, was heißt das?“ – (Lokresh) „Er ist der Ehegatte meines Vaters, somit meine Mutter mangels einer weiblichen Partnerin. Würde es die geben, wäre er mein zweiter Vater, so wird er laut unseres Verständnisses zu meiner Mapa. Du musst wissen, dass die magische Welt bisexuell ausgerichtet ist. Wir könnten mit jedem, es kommt nur auf unsere Entscheidung an, ob wir es wollen oder nicht…“ – Balthazar wirkt etwas verlegen … „Das muss dir nicht peinlich sein. Du warst noch ein Junge. Okay, ein großer Junge, kurz vor dem Erwachsensein. Sechzehn bis siebzehn schätzte ich dich damals vor sechzehn Jahren. Was ich nicht ganz verstehe ist, dass du für meine Augen immer noch so jung erscheinst? Nicht viel älter als mein Neunzehnjähriger, der damals ein dreijähriger Bub war und unter Kleinkinder zählte und heute als erwachsener junger Mann gilt. – Was ich manchmal gern vergessen möchte. Weil er jetzt von mir nicht mehr freiwillig beschützt werden will? Das ist etwas, wo man sich als Eltern schwer mit tut … sie allein durch die Tür treten zu lassen. Wo man sie so lange behüten durfte …“ – Es klingt sentimental… (Lokresh) „Was ist mit deinem großen Jungen? Fiel es dir bei ihm leichter?“ – (Balthazar) „Mein großer Bub wurde erwachsen, als seine Mutter starb und unseren Fünfjährigen verängstigt zurückließ. Du musst wissen, ihr Krebs wurde erst kurz vor dieser Schlacht 1962 entdeckt. Und ich habe es Sebastian sofort gesagt, damit er Mikkel erklären kann, warum Mama ständig im Krankenhaus ist und sich so schnell nicht erholen kann. Das ist für einen Dreijährigen nur sehr schwer verständlich. Wie eine Mutter mit einem Schlag nicht mehr für ihn da sein kann, wo er doch gerade eben noch den Mittelpunkt ihres Lebens ausfüllte. Denn das begreifen die Kleinen sehr wohl, dass ihnen eine Person gehört … Sebastian übernahm mit neun Jahren diese Gluckenrolle und Mikkel akzeptierte seine Autorität. Die beiden bilden ein wunderbares Bruderpaar … und für mich liebenswerte Söhne, meine harmonische Einheit.“
©Xena Falkenbourg xfwerk fürth. Alle Rechte vorbehalten.
